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Cover "Increase your energy" von Frederick Dodson     Leseprobe "Increase your energy - Mehr Gesundheit, Erfolg und Glück"

von Frederick Dodson, Übersetzt von Petra Liermann

Ratgeber im Taschenbuch A5-Format, 292 Seiten, ISBN: 978-3-96050-136-7 

Inhalt

Rechtlicher Hinweis
KAPITEL EINS: TIEFENENTSPANNUNG
KAPITEL ZWEI: WIE MAN DIE FURCHT STOPPT
KAPITEL DREI: EMOTIONALE KLÄRUNG UND ENTLASTUNG
KAPITEL VIER: ENERGIE, FLOW UND GLÜCK
KAPITEL FÜNF: ENERGIE, POLARITÄT UND BEWUSSTSEIN
KAPITEL SECHS: ENERGIE UND EINFLUSS
KAPITEL SIEBEN: SELBSTHEILUNG UND GESUNDHEIT VON INNEN
KAPITEL ACHT: GEWICHTSVERLUST UND DAS GESETZ DER ANZIEHUNG
KAPITEL NEUN: DEIN EINZIGARTIGES LEBEN UND DEINE MISSION
ÜBER DEN AUTOR

KAPITEL EINS: TIEFENENTSPANNUNG

Entspannung hinein in die Fülle

»Reality Creation« lehrt dich zu leben, als ob die Wünsche deines Herzens bereits wahr wären. Du wirst bemerken, dass dies mehr Entspannung für dich bedeutet. Warum? Nun, würdest du dich nicht heiter und erleichtert fühlen, wenn deine Wünsche alle schon wahr wären?

Wir leben in einer Welt, in der Erfolg mit harter Arbeit und Angespanntheit in Verbindung gebracht wird. Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Weg zum Erfolg nur für niedrige und mittlere Bewusstseinsstufen gilt. Wenn wir wachsen, stellen wir fest, dass mehr mit weniger Anstrengung möglich ist, dass ein tiefes Empfinden von Entspannung und Wohlbefinden tatsächlich bessere Lebensumstände anziehen kann. Entspannung ist ein Zustand, in dem wir uns befinden, nachdem wir in etwas erfolgreich waren. Du hast einen Meilenstein erreicht, den perfekten Partner bekommen, finanzielle Sicherheit erreicht, Gesundheit erlangt … Und dann ist da ein Gefühl von Erleichterung. Wir wissen auch, dass, wenn du lebst, als ob du bereits erfolgreich wärst, dein Erfolg schneller zu dir kommt. Als logische Konsequenz bedeutet dies: entspannen => so tun, als ob du bereits erfolgreich wärst => erfolgreicher werden und sein!

Die Entspannung, auf die ich mich hier beziehe, darf nicht mit Selbstgefälligkeit, Faulheit oder Selbstverständlichkeit verwechselt werden. Zeigt sich zum Beispiel der ideale Partner in deinem Leben, ist es nicht empfehlenswert, diesen nun als Selbstverständlichkeit zu betrachten und nicht länger etwas in die Beziehung zu investieren. Kommt das große Geld zu dir, solltest du es nicht als gegeben hinnehmen und keinerlei Anstrengung in neue Ziele stecken. Diese Art von Selbstgefälligkeit hat nichts mit Entspannung zu tun, sondern ist eine Reaktion darauf, zu hart gearbeitet und sich zu sehr bemüht zu haben.

Die Entspannung, die einen Überfluss magnetisch anzieht und auf die ich mich beziehe, ist ein beruhigter Geist. Es ist die Leichtigkeit des Experten, die entspannte Haltung des Milliardärs, die mühelose Ausstrahlung derer, die wissen, dass sie attraktiv sind, die innere Sicherheit derer, die sich in sich selber wohlfühlen. Zur Verdeutlichung:

Abbildung 1

Immer dann, wenn du verzweifelt etwas bekommen möchtest oder dich einer Sache verzweifelt widersetzt, dich mit unwichtigen Dingen ablenkst oder verschiedene gesundheitliche Probleme hast, weißt du, dass du dich nicht in einem idealen entspannten Zustand befindest.

Hier nun eine kleine Übung, um das Verständnis deiner eigenen Entspanntheit und deines idealen Zustands von Wohlbefinden zu vertiefen.

1. Schreibe auf, was dich entspannt

Beispiele:

Im Pool schwimmen

Meditations-CDs verwenden

Paintball spielen

Mit meinem Freund chatten

Essen

Rauchen

In Ruhe ein Buch lesen

Ich habe diese Beispiele gewählt, um aufzuzeigen, dass jeder Mensch ein anderes Verständnis davon hat, was ihn entspannt. Einige dieser Dinge, wie zum Beispiel das Rauchen, mögen schädlich sein, aber sobald jemand daran glaubt, dass sie entspannend wirken, wird er sie trotzdem nutzen.

2. Fühle die Entspannung schon vorher, die du mit diesen Dingen verbindest

Es ist gut, die Dinge zu kennen, die dich entspannen, sodass du sie tun kannst, wenn du eine Ruhepause benötigst. Aber es ist noch besser, wenn du in der Lage bist, ohne diese Hilfsmittel zu entspannen, sodass du deine Abhängigkeit von ihnen reduzieren kannst. Mit anderen Worten: Ich liebe es, spazieren zu gehen und Menschen zu beobachten – es entspannt mich zutiefst. Immer wenn ich mich entspannen möchte, gehe ich einfach spazieren. Aber es ist nicht so, dass ich spazieren gehen müsste, um zu entspannen. Manchmal verzichte ich bewusst auf den Spaziergang und entspanne in diesem Augenblick.

Schließe einfach die Augen und stelle dir vor, dass du diese Dinge bereits tust oder erfährst. Versuche dieselbe Linderung zu spüren, die du fühlen würdest, wenn du genau das in diesem Moment tun würdest. Kannst du es nicht, bedeutet es, dass du dich in einer Abhängigkeit befindest und infolgedessen die Verwendung des Objekts der Abhängigkeit reduzieren solltest.

Alternativ kannst du mentale Vorstellungen entwickeln, die dich entspannen. Wie fühlt es sich an, sich …

… Wolken am Himmel vorzustellen, die vorbeiziehen?

Oder schöne Hügellandschaften?

Oder den perfekten Strand?

Oder eine himmlische Welt?

Ich habe eine Vielzahl imaginärer Ort, die ich, in Kombination mit sanftem Atmen, betrete und dadurch sofortige Ruhe erschaffe. Wenn du bereits in allen Bereichen deines Lebens Überfluss verspürtest, wie tiefenentspannt wärest du?

Nimm dir eine Woche Zeit, um dies zu üben. Verlangsame deine Bewegungen. Wähle deine Aktivitäten wohlüberlegt. Nimm dir etwas Zeit, um einfach dazusitzen und die Welt zu beobachten. Die Zeit, die du dir nimmst, ist die Zeit, die du dir selber gibst. Es bedeutet, du wertschätzt dich selber. Wenn du dich selber wertschätzt, wirst du auch mehr geschätzt werden.

Frieden des Geistes

Die Menschen neigen dazu zu denken, dass Entspannung hauptsächlich auf physische Entspanntheit hinweist. Wenn ich davon rede, dass es »so wichtig ist zu entspannen«, denken sie daran, den ganzen Tag auf Sonnenliegen »abzuhängen« und Nachrichten zu empfangen. Wenn ich aber das Wort »Entspannung« benutze, beziehe ich mich nicht nur auf die physische Entkrampfung, sondern die Entspannung des Geistes. Man kann körperlich entspannt sein, kurz davor sein einzuschlafen zum Beispiel, aber der Geist rast immer noch. Die Entspannung des Geistes führt zu einem wahren Frieden des Geistes. Manchmal unterstützen physische Methoden die Beruhigung des Geistes, aber das reicht normalerweise nicht aus. Tatsächlich ist es so, dass Ruhephasen des Körpers Angespanntheit im Geist verursachen können, weil dann Gedanken wie »Sollte ich jetzt nicht Büroarbeit erledigen, anstatt hier den ganzen Tag herumzuliegen« in uns hochkommen.

Die Ruhe im Geist wird dadurch erreicht, dass nichts unerledigt ist. Kein abgebrochenes Gespräch, kein Vertrauensbruch, keine widersprüchlichen Absichten, Gedanken, Worte und Taten. Sie kann auch durch das geistige Fokussieren eines einzelnen Objekts erreicht werden. Wenn man fokussiert, wird Energie gesammelt und gebündelt. Das sorgt dafür, dass jegliche Ablenkung und jeglicher Druck verschwinden. Andere Wege zur geistigen Ruhe sind: Kontinuität des Lebens und Handelns, Gedankenfreisetzung (einfach loslassen, was immer in den Sinn kommt), Sitzen und Betrachten des aktuellen Moments, sanftes und engagiertes Lernen oder Lesen, Kontemplation und Reflexion, achtsame und langsame Bewegungen, Aufmerksamkeit bezüglich der Aufmerksamkeit oder Bewusstsein des Bewusstseins, Sport und körperliche Aktivitäten. Aber auch, wenn man verliebt ist oder etwas sehr wertschätzt (erkennbar an erweiterten Pupillen … Die Pupillen der Augen werden um 45 Prozent vergrößert, wenn man jemanden oder etwas betrachtet, das man liebt), und indem man Unterbrechungen und Ablenkungen nicht als solche bezeichnet, sondern sie »integriert« und »anerkennt« wie einen Teil des Ganzen.

Ist Leiden wirklich notwendig?

Wenn es eine Sache gibt, die ich in meinen 25 Jahren als »Reality Creation«-Coach wirklich gelernt habe, dann ist es, dass jeder Mensch durch das gesamte »menschliche Paket« von Hochs und Tiefs geht … Keine Ausnahme! Ich habe mit den Armen und mit den Reichen gearbeitet, mit den Jungen und den Alten, den Smarten und den weniger Intelligenten, aber sie alle haben bis zu einem gewissen Grad gelitten. Auf ihrem Weg haben sie alle Verluste erfahren, Fortschritte, Trauer und Ekstase, Glück und Unglück, Frustration und Freude. Ich denke, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jede Seele auf dieser Erde durch die komplette Bandbreite gehen muss.

Aber ist Leiden wirklich notwendig? Und wenn es so ist, zu welchem Zweck? Es scheint ein gemeinsames Glaubenssystem auf dem Planeten Erde daran zu geben, dass Leiden irgendwie gebraucht wird. Motivationsforscher und Psychologen sagen, dass wir in Momenten des Leidens zeigen, wer wir wirklich sind. Zum Beispiel ist man nicht in der Lage, Mut zu beweisen, wenn man niemals vor Herausforderungen gestellt worden ist, und man kann nicht wachsen, wenn es keinerlei Probleme gibt. Ich stimme hiermit überein. Missgeschicke helfen uns, Herausforderungen zu meistern. Ohne Versuche und Tests, Probleme und Blockaden können der persönliche Wille, die Entscheidungskraft und die Stärke nicht wachsen. Wir wollen eigentlich nicht wirklich weniger Belastungen. Im Geheimen träumen wir davon, möglichst breite Schultern zu haben, um die Belastungen tragen zu können. Das ist das Thema, um das sich die meisten Geschichten und Filme der Menschheit drehen.

Diese Idee kann aber auch zu weit gehen. Buddha lehrte, dass »das Leben Leiden ist«, und so sieht man einige Lamas in Tibet, die sich tagelang in der heißen Sonne auf den harten Wüstenboden niederwerfen, bis ihre Knie bluten. Das Leiden wird in Verbindung gebracht mit dem »Ausgleich schlechten Karmas«. Einige Christen glauben, dass Armut und Selbstaufgabe oder das Auspeitschen bis zum Bluten, um »das Kreuz zu tragen«, heilig und gut wäre. Wenn ich es vorziehe, in meinem BMW Cabrio am Strand entlangzufahren, macht mich dies zum Sünder in ihren Augen? Ich kenne einen Fußballtrainer, der glaubt, dass das Zufügen von möglichst viel Schmerz, Schweiß und Tränen in seinen Trainings der einzige Weg zum Erfolg sei. Er glaubt, dass die gewaltsame Erniedrigung seiner Spieler ein »Weg zu ihrer Erleuchtung« sei. Aber ich habe den Weg dieses Fußballtrainers nun über ein Jahrzehnt verfolgt und seine Methoden waren nie auf Dauer erfolgreich. Sie funktionieren vielleicht für eine Saison, dann geht er, um das nächste Team zu trainieren, und hinterlässt eine ausgebrannte Mannschaft. Soweit ich es beurteilen kann, weckt ein wenig Leiden auf, lässt dich achtsam und startklar sein. Zu viel Leiden brennt dich aus. Man kann und soll sich selbst fordern, aber wenn man sich überfordert, folgen Verletzungen.

Es ist auch eine Frage des Bewusstseinslevels. Ab einem bestimmten Punkt der Reife sind extremer Schmerz und Leiden weder wünschenswert noch notwendig. Stattdessen wird das Leiden zu einem Indikator für falsches Denken und Handeln, wohingegen Entspannung und Erfolg ein Zeichen von richtigem Denken und Handeln werden. Wenn man zum Beispiel ständig krank ist, bedeutet dies nicht, dass man »tugendhaft« ist, sondern dass es da etwas im eigenen Glaubenssystem gibt, das nicht kompatibel mit der Funktionsweise des Lebens ist. Wenn jemand konstant kein Geld hat, gibt es bei ihm ein fehlerhaftes Glaubenssystem bezüglich des Geldes. Es liegt nicht daran, dass dieser Mensch eine »reinere Person« wäre.

Ist also Leiden notwendig? Wenn du ein menschliches Wesen bist, wirst du wahrscheinlich nicht in der Lage sein, es komplett zu vermeiden. Aber wenn du bewusst lebst, wirst du in der Lage sein, das Leiden auf ein Minimum zu reduzieren.

Der Weg zu weniger Leiden verläuft zweigleisig:

1. Höre auf, das Leiden in dein Leben zu ziehen.

2. Höre auf, das Leiden zu verdrängen.

Du ziehst Leiden eher dadurch an, dass du es als »Tugend« bezeichnest, und du wirst es nicht dadurch los, dass du es verleugnest.

Der geistige Frieden ist keine Bedingung

An dieser Stelle nun einige Dinge, von denen Menschen annehmen, dass sie sie glücklich »machen« werden, was tatsächlich nicht der Fall ist. Sie mögen nett sein, sind aber nicht die endgültigen Faktoren des »Glücks«:

»Wenn ich den neuen Job bekomme, werde ich glücklich sein.«

»Wenn ich weniger Arbeit habe, werde ich glücklich sein.«

»Wenn ich einen Partner finde, werde ich glücklich sein.«

»Wenn andere Menschen ihr Verhalten ändern, werde ich glücklich sein.«

»Wenn sich die Dinge ändern, werde ich glücklich sein.«

»Wenn alles so bleibt, wie es ist, werde ich glücklich sein.«

»Wenn ich immer bekomme, was ich will, werde ich glücklich sein.«

Wenn du kündigst, in deinem Job bleibst oder einen neuen bekommst, wird eine Veränderung in deinem Leben passieren, trotzdem ist es nicht der endgültige Schlüssel zum Glück. Ob du nun Single bleibst, in einer Beziehung lebst oder in eine neue gehst, wird zwar einen Unterschied machen, der aber nicht tiefgreifend und dauerhaft Bestand haben wird, weil du im Grunde dieselbe Person bleibst, selbst wenn sich die Umstände ändern. Derartige Veränderungen sind vergleichbar mit dem Wechseln des Films, den man sich ansieht, aber der Zuschauer bleibt der gleiche. Eine grundlegende Veränderung findet nur dann statt, wenn sich der Zuschauer ändert, nicht jedoch der Film. Dein Erfahren des Lebens besteht zu 20 Prozent aus den Lebensumständen und zu 80 Prozent aus der Erfahrung dieser Umstände. Und so ist es von grundlegender Bedeutung, vorrangig den Erfahrenden (die 80 Prozent) anstatt die Umstände (die 20 Prozent) zu verändern.

Alle obigen Aussagen haben eine Gemeinsamkeit. Es handelt sich um Sätze mit Bedingungen: »Wenn …, dann …«

»Wenn X erreicht wird, werde ich mich besser fühlen.« Dies nimmt dich aus dem Hier und Jetzt, dem einzigen Moment, in dem du Macht besitzt, hinein in eine hypothetische Zukunft. Die einzige Zeit aber, in der geistiger Friede erfahren werden kann, ist jetzt und keineswegs in der Zukunft.

Glück ist ein erhöhter Bewusstseinszustand. Es bringt höhere Zustände, die in diesem energetisch dichten Bereich auf dem Planeten Erde nicht allzu häufig sind. Es ist die Erfahrung »eines Stücks des Himmels«. Es gibt nur wenige Menschen, die wirkliches Glück regelmäßig erfahren. Menschen, die ihren Partner, Kinder und Haustiere lieben, werden es hier und da einmal erfahren. Ein dauerhafterer Zustand des Glücks kann jedoch erreicht werden, indem man dem Geist erlaubt, Gedanken und Emotionen zu entspannen und loszulassen und indem man die weniger oberflächlichen Teile von sich selbst zulässt – das Unterbewusstsein, die Grundüberzeugungen, die Identität und das Bewusstsein selbst. Ein anderer Schlüssel zu Glück und Frieden ist, mit der Suche danach aufzuhören. Es ist leider offensichtlich, dass die Menschen, die niemals mit der Suche nach Glück begonnen haben, im Allgemeinen glücklicher sind. Das kommt daher, dass die Rolle des »Suchenden« impliziert, dass ein Mangel vorhanden ist, etwas fehlt. Aber was wäre, wenn gar nichts fehlte, was, wenn du bereits alles bist und hast, um Freude heute zu erfahren, nur durch deine bloße innere Absicht und Entscheidung?

Erfolgreiches Segeln und Surfen bei starkem Wind, Wellen und wilden Gewässern wird am besten in einem ruhigen Zustand erreicht. Nicht immer durch einen entspannten Körper, sondern tatsächlich durch einen entspannten Geist.

Stress ist subjektiv

Mit Ausnahme von traumatischen Vorfällen ist Stress meistens subjektiv. Im normalen täglichen Leben gibt es keinen Stress. Wäre das nicht richtig, könnte man auf Stress zeigen und sagen: »Das ist Stress«, so wie man auf einen Baum zeigen und sagen kann: »Das ist ein Baum.« Oder auf ein Auto: »Das ist ein Auto.« Bist du in der Lage, mir Stress zu zeigen? Du kannst es nicht, denn Stress ist keine objektive Realität. Du kannst benennen, was eine emotionale und physische Reaktion hervorruft, und dies als »Stress« bezeichnen. Mehrere Telefone klingeln, jemand schreit dich an, jemand kritisiert dich, der Kalender ist voll mit wichtigen Terminen, das Schreien eines Babys etc. Aber niemand zwingt dich, auf irgendeines dieser Dinge zu reagieren, schon gar nicht mit Stress. Ein schreiendes Baby ist einfach ein schreiendes Baby und ein Terminkalender ist nur ein Terminkalender. Einige Menschen reagieren stark, andere weniger. Was eigentlich mit »Stress« gemeint ist, ist ein innerer Widerstand und die Kontraktionen der Körpermuskulatur, was eine gewisse Spannung erzeugt. Diese konditionierte Reaktion auf Lärm und Unruhe können bewusst umgekehrt werden.

Aus meiner Erfahrung heraus gehen Krankheiten und selbsterschaffener Stress Hand in Hand. Wissenschaftliche Untersuchungen haben versucht, alles, von Krebs über Alzheimer bis hin zu Stress, miteinander in Beziehung zu setzen, da viele Patienten selbst bezeugen, dass Stress die Ursache davon ist. Der Grund, warum die Wissenschaft bisher nicht in der Lage war, schlüssige Beweise für das zu finden, was die meisten Menschen bereits wissen, liegt darin, dass die meisten Tests mit Personengruppen durchgeführt werden, die annehmen, dass Stress durch objektive äußere Faktoren verursacht wird. Die Forscher testen also Menschen, die sich in schwierigen äußeren Umständen befunden haben. Wie auch immer, nicht alle Menschen reagieren auf dieselbe Weise auf Situationen, sodass viele dieser Studien ein verzerrtes Bild liefern.

Es gibt einen geringen Prozentsatz an Zuständen, die Anspannung und psycho-spirituelle Wunden verursachen. Ein paar Beispiele hierzu sind der Verlust eines geliebten Menschen, sich inmitten eines Krieges zu befinden, einen Autounfall zu haben, verraten, betrogen oder gewalttätig angegriffen zu werden. Unter solchen Umständen wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, die Wunden zu heilen – es wird nicht erwartet, am Tag danach bereits wieder zu grinsen und glücklich zu sein (tatsächlich wäre das eher ein Zeichen von Unterdrückung beziehungsweise Verleugnung des Ereignisses). Aber alle anderen Geschehnisse des täglichen Lebens, die wir als »Stress« bezeichnen, können in einem einzigen Augenblick aufgelöst werden – das überwältigende Gefühl, »zu viel zu tun« zu haben, Zeitdruck, Sorgen um Geld, Sorgen um die Zukunft, Bedauern der Vergangenheit, hohe Erwartungen von anderen, öffentliches Reden, kritisiert zu werden, im Stau zu stehen, ein unordentliches Büro zu haben, etc. Und du kannst dies erreichen, ohne deine Gefühle zu unterdrücken. Wenn man Stress unterdrückt, anstatt ihn zu befreien, wird man schnell oberflächlich und emotionslos. Lässt man ihn los, wird man ruhig und frei.

Aber wie macht man das? Man macht es genau in dem Moment, in dem die antrainierte Reaktion auf Druck von außen entsteht. Du stoppst, was auch immer du gerade tust, und beobachtest einfach, was auch immer gerade passiert. In genau diesem Moment bist du nicht länger der Reagierende auf das, was geschieht, sondern der Beobachter einer antrainierten Reaktion. In dem so entstandenen Abstand hast du die Wahl, ob du weiterhin reagieren möchtest oder nicht. In meinen Seminaren mache ich normalerweise eine 30-minütige Übung, in der ich Menschen bewusst in stressige und sie überwältigende Umstände versetze, während ich sie darin coache, sich zu beruhigen, ihre Reaktionen zu reduzieren und »Zeuge zu werden«, anstatt derjenige zu sein, der sich dem Ereignis widersetzt. Dies ist eine derart radikale Abweichung von der üblichen menschlichen Konditionierung, dass es sich wirklich befreiend anfühlt und das ganze Leben der Person zu einer brandneuen Erfahrung werden lässt. Ich sage den Menschen, dass sie »das Auge des Zyklonen« werden sollen. Ein Zyklon ist wohl einer der aggressivsten, chaotischsten, überwältigensten Stürme, die es gibt, aber im Zentrum eines Zyklonen, in seinem »Auge«, herrscht vollkommene Stille und Frieden.

Es ist wichtig anzumerken, dass diese bewusste Verringerung der eigenen Reaktion keine Unterdrückung oder Abflachung der körperlichen und emotionalen Reflexe darstellt. Man lässt sie einfach »durchlaufen«, ohne etwas mit ihnen zu tun. Wenn jemand dir zum Beispiel sein Missfallen deiner Person bekundet, kann es sein, dass ein leichter Schmerz im Solarplexus auftritt. Du tust nichts, um diesen Schmerz loszuwerden oder machst etwas mit ihm. Genauso wenig rennst du nun los und versuchst, es wieder in Ordnung zu bringen (das wäre reaktiv und würde nur zu noch mehr Schwierigkeiten führen). Auch nimmst du keine Tabletten oder isst Lebensmittel, um den Schmerz zu unterdrücken. Stattdessen wirst du einfach nur Zeuge der automatischen Abläufe und dessen, was sich abspielt. Je mehr du beobachtest und dir bewusst wirst, was gerade geschieht, umso besser kannst du mit der Zeit loslassen.

Das Reduzieren deiner Reaktion ist der eine Weg, um Stress aufzulösen. Ein anderer ist das Annehmen der Umstände, die den Stress verursachen, bis diese größer als der Stress als solches werden. Man ist immer größer als das, was man annehmen kann. Anstatt eine ablehnende Haltung zu projizieren, wird ein »Ja« zur Situation ausgesendet, so als ob man in der Lage wäre, mit Leichtigkeit noch weitere zehn Besorgungen, zehn weitere Telefongespräche und zehn weitere Unannehmlichkeiten zu übernehmen. Dieser Wechsel verpflichtet zu radikalen Änderungen in der eigenen Definition des Lebens. Definierst du das Leben als etwas, das deinen Wünschen zu entsprechen hat, es das dann aber nicht tut, wirst du Schwierigkeiten damit haben. Betrachtest du aber alles als dem Leben zugehörig, glaubst, dass alles aus einem guten Grund passiert, wird es relativ einfach sein und Stress wird der Vergangenheit angehören, zumindest die meiste Zeit. Auf diese Weise kannst du deine »Schwelle der Überforderung« (den Punkt, an dem du überfordert wirst und anfängst, Energie zu verlieren und emotional zu werden) auf ein ziemlich hohes Niveau erhöhen.

Mit anderen Worten: Vor einer großen Menschenmenge aufzutreten, kann eine Freude sein; es muss keinen Stress bedeuten. Hunderte von Kunden jeden Tag zu haben, kann zur Freude werden, anstatt in Stress auszuarten. Glaubst du an den Satz »Sie erwarten viel von mir«, dann ersetze ihn durch »Sie wollen nur Spaß haben«. Sich um den Haushalt zu kümmern, kann eine Freude sein, es muss nicht stressig sein. Hast du den Glaubenssatz »Aufräumen ist langweilig« in dir, ersetze ihn durch »Aufräumen ist Meditation«. Es wird dich unglaublich stark machen. Wenn du daran glaubst, dass Reisen Stress bedeutet, ersetze diesen Glauben durch den Satz »Reisen ist faszinierend, weil man so viele neue Dinge sieht und kennenlernt.« Glaubst du daran, dass ein Stau stresst, benutze den Satz: »Staus sind eine wundervolle Gelegenheit, über ein paar wichtige Dinge nachzudenken.«

Tiefenentspannung

Hast du dich jemals so in einer Geschichte oder in einem Musikstück verloren, dass du erschrocken aufgesprungen bist, als jemand gesprochen hat? Dieser tranceähnliche Zustand ist Entspannung.

Fühlt es sich manchmal so an, als ob du dir selber nicht erlauben würdest zu entspannen, weil du besorgt bist, den Fokus zu verlieren? Das entspricht nicht der Wahrheit.

Nimmst du an, dass du tiefe und umfassende Entspannung vermeidest, weil du nicht feinfühlig und bewusst genug werden möchtest, um festzustellen, wie elendig das Leben ist, das du führst?

Nun, das ist Unsinn.

Wenn du dir niemals die Zeit nimmst, es ein wenig langsamer angehen zu lassen, wird dein Leben an dir vorbeiziehen und du wirst es nie fühlen. Du wirst auch keinen kreativen Input bekommen, der deine Arbeit verbessert. Immer zu arbeiten, bedeutet, unklug zu arbeiten. Je besser und tiefer du entspannen kannst – bewusst und mit Absicht – umso mehr Energie hast du für spätere Aktivitäten. Alles hat seine Zeit und seinen Ort, sowohl Anspannung (Fokus) als auch Entspannung (Loslassen des Fokus´).

Top 10 der Wege, um wirklich tief zu entspannen

1. Entspannung, Wohlbefinden und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und lernen zu können, tauchen immer zusammen auf. Wo das eine praktiziert wird, sind auch die anderen. Tiefe Entspannung bedeutet, dass man wach und bewusst bleiben kann, es geht nicht ums Einschlafen. Schlaf ist eine Form der Entspannung, aber die Fähigkeit, sich tief zu entspannen, während man wach ist, bietet ein noch umfassenderes Wohlbefinden. Wähle irgendeine der folgenden Methoden, um Erholung und Regeneration zu erleben.

2. Anspannen und entspannen. Spanne den rechten Fuß und dessen Zehen für einige Sekunden an. Entspanne sie wieder. Spanne den linken Fuß und dessen Zehen für einige Sekunden an. Entspanne sie wieder. Gehe auf gleiche Weise mit jedem einzelnen Körperteil von dir um, einschließlich des Gesichts.

Du kannst das gleiche mit deinen Gedanken machen: Halte an einem Gedanken stark fest (denke ihn intensiver) und entspanne dann wieder (lass ihn los).

Tue eins davon für 5 bis 15 Minuten. Genau das ist Entspannung!

3. Atmen und entspannen. Atme langsam, sanft und tief ein. Halte deinen Atem für 5 bis 20 Sekunden an (so lange, wie es sich angenehm anfühlt). Atme sanft und langsam aus. Wiederhole dies über 3 bis 5 Minuten.  Fühlst du dich nun entspannt?

4. Fallen und entspannen. Schließe deine Augen und stelle dir das Gefühl des Fallens, des Loslassens, Sinkens, Befreiens von allem vor – beziehungsweise fühle es, wenn es dir möglich ist. Aber bleibe wach.

5. Schweben und entspannen. Wenn es in deiner Umgebung einen Floatation Tank gibt, geh hin und probiere es aus. Sensibilisierung in Verbindung mit keinerlei Muskelwiderstand, wenn man auf Salzwasser schwebt, ist der beste Weg, um sich zu entspannen und zu meditieren. Wenn du bereits daran gewöhnt bist zu schweben, nimm dir eine meiner Audiomeditationen mit, um deine innere Arbeit zu beschleunigen.

6. Massage und Entspannung. Melde dich zu einer Massage an. Probiere alle Arten von Massagen aus, die angeboten werden. Wenn diese verfügbar ist, solltest du auf jeden Fall eine vierhändige Hawaiianische Lomi Lomi Massage durch einen dafür zertifizierten Masseur versuchen.

7. Halte inne und entspanne. Lege dich aufs Bett und bewege dich nicht. Halte deinen Körper für 15 Minuten oder länger ruhig (außer für die Atmung und eventuell zum Kratzen) und dabei die Augen geschlossen. Und bleibe wach.

8. Loslassen und entspannen. Lege dich hin und gib deinen Widerstand gegen alles auf. Vergiss alles. Atme jegliche Anspannung aus. Entspanne all deine Muskeln. Entspanne tief und gründlich. Body-Scan und Entspannung: Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen linken Zeh. Fühle ihn. Sei mit den Gedanken komplett bei ihm. Gehe auf diese Weise durch jeden Teil deines Körpers. Dies beansprucht 10 bis 20 Minuten Zeit.

9. Beobachte und entspanne. Setze dich irgendwohin und halte deine Augen geöffnet. Es ist unerheblich, ob um dich herum viele Menschen sind oder nicht, es spielt keine Rolle. Sitz einfach da und beobachte. Lass alles los, deine Reaktionen, Absichten, Ungeduld, Analysen und sitze einfach da und beobachte, was du siehst, bis du einen tiefen und grundlegenden Frieden in dir spürst.

10. Visualisiere und entspanne. Setze oder lege dich mit der Absicht hin, nun einem Tagtraum zu folgen. Schließe deine Augen und träume dich selbst an einen schönen Ort. Tue das nicht mit der Absicht, etwas für einen späteren Zeitpunkt zu erschaffen, sondern mit dem Wunsch, genau in diesem Moment Schönheit zu erfahren.

Es ist eine generelle Empfehlung, während des Abdriftens in eine leichte Trance wach zu bleiben. Trance-Tiefe und die Fähigkeit wach zu bleiben variieren zu verschiedenen Tageszeiten. Im »normalen Leben« wird man entweder bei Entspannung müde oder angespannt, wenn man vollständig wach ist. Die perfekte Kombination ist jedoch der Zustand der Wachheit kombiniert mit Entspanntheit.

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Textprobe: Frederick Dodson

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