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Cover "Auf leeren Seiten" von Melanie Bottke     Leseprobe "Blowing across"

von Christine Keller

Science Fiction, 276 Seiten, ISBN: 978-3-96050-154-1 

1

AVO

Avo war der Erste, der sie erblickte: hunderte von Fischen, die mit nach oben gedrehten perlmuttfarbenen Bäuchen den Atacafluss hinabtrieben. Zuerst glaubte er an eine Vision, rieb sich die Augen. Hier war sein Kraftplatz und vor ihm schlängelte sich der Ataca blaugrün durch Buschland und Baumgruppen. Er streckte eine Hand ins Wasser und hielt bald einen der leblosen Fischkörper in der Hand. Kein Geruch verriet den Tod, der wahrscheinlich erst vor Kurzem eingetreten war. Das Rauschen des Ataca tönte wie immer in seinen Ohren. Die Wellen jagten wie immer vorbei. Rasch ließ er den Fisch wieder ins Wasser gleiten. In einem Atemzug trug ihn die Strömung fort und gliederte ihn ein in den toten Schwarm.
Eigentlich war Avo doppelt verwirrt: Kurz vor seiner Entdeckung hatte ihn ein leichter Schwindel erfasst. Ein seltsames und ihm unbekanntes Phänomen, denn eigentlich verfügte er über eine gute Kondition und Körperbeherrschung. Er hatte nicht einmal meditiert, hatte ganz einfach dagesessen, den Fluss beobachtet, als er sich plötzlich fühlte wie ein schwankendes Schiff bei hohem Wellengang.
Den Schwindel verdrängte er rasch wieder, doch das Bild der toten Fische hatte sich auf seiner Netzhaut eingebrannt. Nur am Rande bemerkte Avo, dass sich der Horizont bereits rosa verfärbte und es Zeit wurde, seinem Baumfreund Oiom flussaufwärts einen Besuch abzustatten.
In der Höhle zwischen Oioms riesigen Wurzeln meditierte Avo bereits, seit er sieben Jahre alt war. Oiom hatte ihn damals im Traum dazu aufgefordert, denn es waren immer die Bäume, welche die Menschen unter ihren Schutz nahmen.
Eine Wahl, die zu einer engen Verbindung wurde von Jahrring zu Jahrring. So war das bei ihnen, den Baummenschen. Jetzt zählte Avo zwanzig Jahre und war geistig regelrecht mit Oiom verwachsen.
Die Baummenschen sahen in den Bäumen ihre wahren Ältesten, denn Bäume streckten ihre Wurzeln in den Boden der Kraft und teilten mit ihren Ästen den Himmel des Wissens. Sie verbanden die Zeiten und halfen, das Gleichgewicht des Zusammenlebens immer wieder neu zu finden. Avo empfand es jeden neuen Tag als eine Ehre, zu den Baummenschen zu gehören.
Ungewohnt rasch beendete Avo diesmal seine Meditation. Im Schutz von Oiom strich er seine langen schwarzen Haare nach hinten. Eine typische Geste von ihm, für die er oft geneckt wurde. Seine Haare fielen ihm über den ganzen Rücken. Lange Haare galten als Zeichen von großem Charisma bei den Baummenschen.
Aber jetzt war keine Zeit für Haare und Heiterkeit. Gerade an diesem Abend beschlich Avo erstmals das Gefühl, Oiom wäre beunruhigt. Ein leichtes Zittern, das sein Baumfreund vor ihm zu verbergen versuchte, wie er selbst den Schwindelanfall, den er vor Kurzem durchlebt hatte.
Avo hoffte, dass ihm seine Sorge nicht zu sehr ins Gesicht ge-schrieben stand. Seine Augen waren honigbraun und klar. Sie verrieten jedem, Mensch und Baum, seine Gefühle. Avo ließ seinen Blick hinabwandern: Er war nackt bis auf einen Umhang um die Hüften. Auf dem rechten Oberarm war das traditionelle Zeichen seiner Gruppe eingeritzt: das längliche Blatt eines Veerbaumes, wie Oiom einer war. Avo lebte in einer Gegend, die vom blassgrünen Rascheln und vom herben Duft der Veerbäume beherrscht wurde.
Sein höchstpersönliches Zeichen war auf dem linken Oberarm zu sehen: zwei Kreise, die in einer fließenden Bewegung ineinander übergingen. Alle Baummenschen trugen zwei Zeichen, doch über das persönliche Zeichen wurde nie gesprochen. Zwei verbundene Kreise bedeuteten die Verbindung von Gegensätzen. Es war ein wichtiges Zeichen, denn war die Welt nicht geprägt von Gegensätzen? Avos Zeichen besaß eine große Heilkraft. Mit einem geweihten Messer hatte er es sich eigenhändig in die leicht grünliche Haut geritzt.
Grünlich waren alle Baummenschen. Kein Mensch wusste, wie es geschehen war, aber ihre Körper hatten vor Urzeiten begonnen, sich der Lebensart ihrer Baumfreunde anzunähern. Diese Veränderung im Plan des Lebens ermöglichte ihnen, die Aktivität ihrer Organe zu reduzieren und im Licht des Tages Energie zu produzieren. Ihr grüner Körper verlieh ihnen psy-chische Stabilität und reduzierte die Nahrungsaufnahme. Das war gut so, denn kein Lebewesen sollte sinnlos sterben. Die Verwandlung in Baummenschen hatte ihre Lebensweise verändert. Um ihre Kräfte optimal einzusetzen, folgten sie dem Rhythmus des Lichtes. Am Tag waren sie aktiv und die Nachtruhe wurde streng eingehalten.
Aber die Bäume hatten die Menschen nicht nur einen klügeren Umgang mit Energie gelehrt, sondern auch geholfen, besser mit allen Lebewesen zu kommunizieren. Baummenschen waren Sprachtalente. Sie nahmen Schwingungen anderer Wesen wahr und konnten sich blitzschnell in deren Sprachen einklinken.
Alles in dieser Welt schwang ineinander. Darum war Gesang als Ausdruck des Mitschwingens wichtiger als Sprechen, sogar wichtiger als Gedankenlesen.
Baummenschen lebten in sogenannten »Melodien« zusammen. Die Tonfolge einer Melodie war das wichtigste Erken-nungszeichen der Gruppe, in die ein Baummensch hineingeboren wurde. Unzählige Wiederholungen verankerten diese Me-lodie tief in seiner Seele. Ein Baummensch wechselte die Melodie nur bei Heirat oder aufgrund schwerer Konflikte.

An diesem Tag war Avos Haut noch leuchtender als sonst von den reifen Beeren der Uncupflanze. Am frühen Morgen hatte er zusammen mit seinen Eltern einige davon eingenommen. Vor den Ratsversammlungen bei Neumond aßen die Mitglieder ihrer Melodie die lila Beeren, die im Körper zu fluoreszieren begannen und ihr Sinne erweiterten. 
Jetzt gerade sang Avo die ersten Töne seiner Melodie vor sich hin. Seine Melodie fühlte sich ein wenig bitter und süß zugleich an, genau wie die Uncubeeren. Avo liebte diesen Vergleich, den er aber noch nie jemand anderem mitgeteilt hatte. Ja, Baummenschen konnten nicht nur verstehen, sie konnten, wenn sie wollten, auch ihre Gedanken verbergen. 
Ganz leicht streiften Oioms Blätter Avos Schulter, bis er auf-sah. Es dämmerte bereits und die fernen Hügelzüge ver-schwanden nach und nach in einem leichten Nebel. Avo wünschte mit einer ihm unbekannten Ungeduld, dass er den anderen endlich von seinem schlimmen Fund erzählen konnte.

»Avo!«
Der Ruf wirkte wie gesungen. Ein Junge und ein etwas älteres Mädchen rannten auf ihn zu, als er sich dem Lager näherte. Runu und Ita. Sie waren ebenfalls schwarzhaarig und trugen die gelbgrün gestreiften Kleider der Kleinkinder, in denen sie optisch nahezu mit ihrer Umgebung verschmolzen. Runu umklammerte mit wichtiger Miene ein längliches Stück Holz. Dieses ließ er nun fallen und Ita schleuderte ihren Spielbeutel zur Seite. Dann hängten sich die beiden an Avo. Sie liebten ihn, ihren jungen Onkel, doch heute machte er keine Späße wie sonst. Seine Augen blieben ernst, auch wenn sein Mund ihnen kurz zulächelte.
Avo sandte Ita und Runu seine Gedanken, was einfacher war als Reden. Wie unnötig, ja, schädlich war Reden, wenn die fal-schen Worte gewählt wurden! Denn alles, was geäußert wurde, näherte sich der heiligen Macht des Singens. Mit Singen konnte man heilen, aber auch töten.
Wenn Avo mit Ita und Runu in Gedanken sprach, funkelte es zwischen ihnen wie üblich. Doch diesmal huschten Schatten durch dieses Funkeln und Avo gab sich Mühe, den Kleinen nicht die Bilder der toten Fische zu schicken.
Ita warf ihre mit Bändern umwundenen Haare zur Seite, schaute Avo an und versenkte ihre nussbraunen Augen in seine. Es war etwas nicht in Ordnung, doch ihr Onkel wollte den Grund nicht verraten. Runu war nicht so nachdenklich, zog Ita ein wenig an ihren kunstvoll gedrillten Zöpfen. Dann bückte er sich und hielt Avo die Schlange hin, die er direkt aus einem Wurzelstück geschnitzt hatte.
Avo strich mit der einen Hand abwechselnd Ita und Runu über den Kopf, in der anderen hielt er die Wurzelschlange und bewunderte sie. Heute Abend in der Ratsversammlung würden Ita und Runu mehr erfahren, wenn sie an der Seite ihrer Mütter zuhörten.
»Also gut, mach es spannend.« Das war Ita in seinem Kopf. Sie war verflixt schnell im Lesen und Übermitteln von Gedanken.
Das Zusammensein mit den Kindern hatte Avo gutgetan. Et-was gefasster lief er den Kleinen nach, die seine Ankunft mit schnellen Hüpfern im Lager verkündeten.
Mitten im Lager stand Peerdi und warf einen Blick aus ihren grünen Augen zu Avo hinüber. Sie war dabei, mit Ronio den Lagerplatz für die Zeremonie vorzubereiten. Die sehr selbstbe-wusste Peerdi war zwei Jahre jünger als Avo, aber ebenso zäh wie dieser und genauso mutwillig wie Ronio. Ihre Haare trug sie wie Avo. Sie fielen wie ein blauschwarzer Schleier weit über ihre Schultern. Peerdi war sehr geschickt mit ihren Händen. Ihr Kleid war zwar einfach geschnitten, das olivfarbene Geflecht war aber mit aufwendigen Mustern aus weißen Wurzelfasern der Sumpflilien durchsetzt. In der Taille wurde es von einem kunstvoll geflochtenen Gürtel zusammengefasst.
Alle Kleider der Baumleute, auch die Schlafmatten, die Peerdi und Ronio eben rund um die Glut und den zentralen weißen Stein der Feuerstelle auslegten, verschmolzen mit den Grüntönen der Natur.
Avo schaute zu Ronio hinüber, der im gleichen Jahr wie er selbst zur Welt gekommen war. Eine Seltenheit, denn ihre Melodie beherzigte sonst das Jahreskindprinzip, das heißt, in jedem Jahr durfte nur ein einziges Paar für Nachwuchs sorgen. Es war ein äußerst gerechtes Prinzip den anderen Wesen gegenüber.
Aber Ronios Mutter Siivara hatte sehr jung Jemoos aus einer anderen Melodie kennengelernt, war gleich schwanger geworden und hatte das Kind behalten wollen. Ganz anders bei Avos Eltern Lialia und Heewoo: Sie stammten aus der gleichen Melodie und hatten lange und verzweifelt auf ein Kind gehofft. Für die überglückliche Lialia war es ebenfalls ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, die Rückschickkräuter zu essen.
Wäre Avo nicht so stark in ein inneres Gespräch mit Ronio versunken gewesen, hätte er wahrscheinlich die mitfühlenden Blicke von Peerdi bemerkt. Sie schaute häufiger als früher und mit einem kleinen Flackern in den Augen auf Avo. Ronio allerdings registrierte die Blicke. Er war ein Meister der Aufmerksamkeit.
Im Übrigen waren Ronio und Avo, die seit Kindheit befreundet waren, von sehr gegensätzlichem Naturell. Ronio – schlank, agil und übersprudelnd von Ideen – musste zeitweise von Avo zurückgehalten werden. Der eher kräftig gebaute Avo war ein sanfter und zurückhaltender Typ. Ihm half im Gegenzug Ronio hie und da auf die Sprünge. Ronio war genauso schnell begeistert, wie Avo stur: Die beiden ergänzten sich also ausgezeichnet.
Avos Gedanken waren schwer und er warf seine Sorgen brockenweise in Ronios Richtung, allerdings ohne genaue innere Bilder. Auch Ronio musste bis zur Zeremonie warten.
Der begann sich nun ebenfalls zu sorgen, sah dennoch die kleinen Zeichen, die Peerdi immer wieder aussandte. Auch das machte ihm Sorgen, denn Avo hatte sich noch nie sonderlich für Peerdi interessiert. Man musste abwarten. Ronio seufzte innerlich. Er wünschte sich und Avo Gefährtinnen, doch nicht solche, die ihre enge Männerfreundschaft stören sollten.

Die grünsilbernen Blätter der Bäume um ihr Lager leuchteten nochmals im Licht der letzten Sonnenstrahlen auf, die einen leichten Dunstschleier durchbrachen. Wolken wanderten über den Himmel, als wollten sie ebenfalls eine Versammlung abhalten. Ein Zeichen für Regen. Doch das hielt eine Melodie von gut zwei Dutzend Personen nicht ab, den heiligen Kreis um ihr Feuer zu bilden.
Neben dem weißen Stein brannten nun die heiligen Kräuter. Der Rauch hüllte alle ein und half, die Sinne von den Gedanken des Tages zu befreien. Avo wollte gleich zu Beginn von den Fischen erzählen. Doch dann, als ihn der Rauch einhüllte, wurde ihm klar, dass er schweigen wollte, in Worten und Gedanken. Es war nicht an ihm, dies zu enthüllen, der heilige Kreis sollte selbst sprechen.
Uurda und Eedin waren in Lederdecken eingehüllt – nur sie als die Ältesten hatte die Ehre, Tierhäute um sich zu legen, denn ihre Melodie jagte nur selten. Beide begannen zu singen. Es waren die heiligen Töne: das O der Erde und der Pflanzen, das A des Feuers und der Transformation, das I der Luft und der Töne, das U des Wassers und der Gefühle und am Schluss das E des Blitzes und der Energieströme.
Alle Baummenschen hatten diese Urlaute in ihren Namen. Sie erhielten ihre Namen nach den Gaben der fünf Elemente; Gaben, die im Laufe des Lebens auch verdient werden mussten. Ihre Namen wuchsen im Lauf des Lebens, zeigten die Laute, die sie sich durch Taten oder Visionen erarbeitet hatten.
O verpflichtete, mit den Pflanzen zusammenzuarbeiten, I mit Luft und Wetter. U gehörte zu Heilung und Kunst. E bestimmte das Leben der Kämpfer und Richter und A war der Mutter-Vaterlaut, der Geborgenheit und Wärme spendete, aber auch exorzistisch wirkte.
Avo hieß eigentlich Avomovato. Er zog es aber vor, mit der Abkürzung gerufen zu werden, mit seinem ersten Kinderna-men. Ein Zeichen der Bescheidenheit. Avo war sehr beliebt, vermittelte allen Mitgliedern der Melodie das Gefühl, zuhause zu sein, daher die zwei A. Die äußerst enge Verbundenheit mit seinem Baumfreund hatte ihm das dreifache O in seinem Namen geschenkt – eine große Seltenheit. 
OAIUE – der Gesang verstummte, doch die Töne klangen immer noch weiter in allen, als Uurda und Eedin je einen Stein aus ihren Beuteln diametral rechts und links vom weißen Stein platzierten. Einer nach dem andern legte einen Stein hinzu.
Avos Hand umschloss abwartend seinen roten Stein. Rot war das Feuer, sein Element. Es war ein kleiner runder Stein, der seiner Hand schmeichelte, mit einer weißen zungenförmigen Aderzeichnung. Avo konnte in der Zeichnung Flammen erkennen, Vogelflügel oder auch das Wurfholz, das jeder Mann besaß.
Der Stein wurde warm in seiner Hand, der Vogel wollte fliegen, das Wurfholz wollte schwirren … Als Letzter legte Avo seinen Stein zwischen den grünlichen Stein von Heewoo und den wasserklaren von Uurda. Der Steinkreis war geschlossen, die heiligen Laute gesungen worden. Jetzt warteten alle in der Stille der Nacht auf die Antwort der Natur.
Die Melodie bildete einen zweiten konzentrischen, leuchtenden Menschenkreis um den Steinkreis. Alle waren vom Licht der Uncubeeren erfüllt, einem Licht, das heilte und schützte. Ihre inneren Augen waren geöffnet und sahen klarer denn je.
Avo sah an sich hinab, die Farben seines Geistkörpers waren ihm seit Kindheit bekannt: die des Himmels, bevor der Regen kam, Orange und Rosa, die sich eine Armlänge entfernt in lila und hellblaue Wirbel verwandelten.
Aber Avo konnte nicht lange seine Farben bewundern. Auf den Herzschlag genau mit den andern spürte er die Energie des schwarzen Korvogels. Ein Schatten mit armbreiten Schwingen schoss aus der Gebüschwand hinter ihnen hervor, stieß einen krächzenden Laut aus und verwischte mit Flügeln den Steinkreis, als ob er ihn in Kohle verwandeln wollte.
Alle erstarrten. Noch nie war etwas Derartiges vorgefallen, die Antwort eines Steinkreisrituals gewesen. Es begann leicht zu regnen. Avo und alle anderen schauderten, warteten auf Uurdas Worte der Erklärung.
Uurda war es, die sprechen musste, denn es waren die Frauen, die Leben gaben. Ihre Stimme war leise, aber eindringlich: »Der große Geist hat zugelassen, dass sich unser Kreis auflöst. Wozu das geschehen wird, ist noch ein Geheimnis, begleitet vom Wasser des Himmels. Doch wir müssen es annehmen wie alles, was vom Schöpfer kommt.«
Eedin nickte zuerst, dann alle andern im Kreis. Keiner fügte Uurdas Worten etwas hinzu. Die Botschaft war da und nicht mehr zu ändern. Doch Avo konnte nicht länger warten, er sandte Bilder der toten Fische in die Runde. Eedin zuckte leicht zusammen. Andere blickten auf, Avo sah Erschrecken in Peerdis Augen und auch in Ronios.
»Wir werden darüber reden«, sagte Eedin bedeutungsvoll zu Avo, »wenn wir Weiteres wissen.«
Die Melodie schwieg. Doch wie eine Riesenfaust hatte sich ein Gefühl um sie alle gelegt und presste sie nun bedrohlich zusammen. Es war ein sehr seltenes Gefühl, das Baummenschen sonst kaum kannten: Angst.

Alle schliefen. Avo schlich sich davon. Er war der Erste, der das Unheil bemerkt hatte, und er fühlte sich deshalb, ohne dass er es wollte, verantwortlich. Er wollte zu Oiom, zwischen seinen Wurzeln schlafen wie immer, wenn ihn etwas bedrückte. Avo warf einen Blick zurück auf die Schlafenden. Kreuz und quer lagen sie auf ihren Schlafmatten im Moos. Baummenschen fürchteten die Kälte nicht, da sie ihre Körperaktivität nachts einfach herunterfuhren. Die Leuchtkraft der Uncubeeren hatte nachgelassen und die Gruppe lag da wie ein verblassendes Sternbild rund um den weißen Stein.
Geräuschlos kam Avo zum Atacafluss und schlüpfte durch den oberirdischen Teil von Oioms Wurzelgeflecht, das wie bei allen alten Veerbäumen eine Höhle bildete. Oiom rauschte beruhigend. Seine Wurzeln bedeuteten Sicherheit. Oiom würde das Vorkommnis ergründen. Avo legte sich hin, wickelte das schilfgrüne Überkleid um sich, das er sich von seinem Schlafplatz neben seinen Eltern geschnappt hatte. Welke Blätter von vielen Monden lagen im Hohlraum zwischen Wurzeln und dem Inneren des Baumes. Avo vergrub sich in diesem raschelnden Bett und fühlte eine wohlige Wärme. In der feuchten Luft drang der süße Duft der weißen Ixiblüten besonders intensiv in sein Baumversteck. Im Regen zirpten Insekten, doch Avo erschien auch ihr Lied von Sorgen erfüllt. Er schloss die Augen. Endlich konnte er loslassen, doch in seinem Traum regnete es weiter.
Er stand im Regen und die Perlenschnüre des Wassers verwandelten sich in viele kleine kalte weiße Steine, die immer größer wurden. Sie waren so kalt, dass sie auf seiner Haut schmerzten. Avo staunte, denn in seiner Welt herrschte immer mehr oder weniger Sommer. Auf einmal fielen große Brocken vom Himmel und ein furchtbares Getöse war zu hören.
Avo schrak auf – sein Herz raste. Er schaute sich um: Nein, die Welt war noch ganz. Der Regen hatte sogar nachgelassen und einzelne Sterne schimmerten zwischen Wurzeln und Ästen.
»Schlaf wieder«, sagte Oiom zu ihm.
Avo legte sich wieder hin und begann, Sternschnuppen zu zählen. Es waren viele in dieser Nacht und manche schimmer-ten sogar bläulich. Er war so müde wie noch nie in seinem Leben, ihm schien es, als müsste er einen Mond lang schlafen. Und doch lag er noch lange wach und hörte zu, wie Oiom sich flüsternd mit den andern Veerbäumen entlang des Ataca unterhielt.


RIVER

Regenzeit. River presste ihre Stirn an die Glaswand. Jeden Abend wartete sie hier, bis der Regen an die strahlensichere Glaskuppel prasselte. Wie hypnotisiert verfolgte sie jetzt die seltsam verschlungenen Rinnsale und konnte für kurze Momente alles vergessen: die Welt, die Kuppel und vor allem sich selbst. Regen war ein Rest Natur wie das Eis, das meterdick den Boden bedeckte.
An diesem Abend hatte der Regen allerdings auf sich warten lassen, bevor er alles in seinen Schleier hüllte.
Schemenhaft war draußen die astronautenartige Gestalt von Starling, der Biologin, zu sehen, die der Kuppelaußenschleuse entgegenstrebte. Sie arbeitete sich über den obersten Eisteppich, langsam und mit Bedacht, um sich nicht zu überanstrengen und vor allem nicht einzubrechen, denn sie war ohne Droidenbegleitung unterwegs. In der Hand hielt sie die Messresultate der Eisbohrungen und andere Außendaten. River wusste, wie es sich anfühlte, in der Stille der Außenwelt nur dem eigenen Atem zu lauschen. 
Diese schützende Kuppel war ihre Heimat, umgeben von ei-ner verdunkelten Eiswüste. Nur ganz tief vergraben in ihrem frühkindlichen Erinnerungsschatz blitzte der Himmel kurz auf wie ein Saphir, sonst wusste sie vom früheren Aussehen des Planeten ausschließlich durch Berichte und Datenbanken. Sie war noch so klein gewesen, als die Welt, wie man sie gekannt hatte, unterging und die Schöpfung rückwärts lief.
Seit dem Verlust der alten Atmosphäre wurde es nie mehr richtig hell. Die Tage dämmerten vor sich hin. Wo Sauerstoff und Stickstoff gewesen waren, zirkulierten jetzt nur noch Was-sermoleküle. Die Ozeane allein schienen zu atmen und produzierten einen Kreislauf aus Sublimation und Niederschlag bei Temperaturschwankungen von 200 Grad Celsius. 
River blickte in den Indigohimmel und grübelte, warum sich der Regen gerade an diesem Tag verspätet hatte. Eines war sicher, innerhalb von Minuten würde er in Eisregen und Schnee übergehen und sich auf die vergletscherte Erdoberfläche legen.
Damals, als sich die Welt verfinstert hatte, wurde River als kleines Mädchen gerettet und aufgenommen in die Welt der schützenden Kuppeln. Doch schon vor der endgültigen Zerstörung hatte das große Sterben begonnen: Giftwirtschaft, aktive Verschmutzung von Land, Wasser und Luft, Wetterextreme, radioaktive Unfälle durch Erd- und Seebeben.
Das Ende war vor zwei Jahrzehnten mit einem Hagel von Meteoriteneinschlägen gekommen. Die ersten großen Brocken aus dem All waren noch abgeschossen worden, doch vor den folgenden Schauern, die die Atmosphäre verbrannten und durchlöcherten, waren die Überlebenden in die Glaskuppeln der überstaatlichen Forschungsanstalten geflohen.
River war erst zwanzig und doch schon dem Untergang geweiht, wie alle anderen Kuppelbewohner. So empfand sie es jedenfalls. Wenn nicht … Ja, wenn sie nicht die Sternenschiffe wie versprochen nachholten.
Obwohl River im Trockenen stand, kam ihr die Kuppel oft wie ein Riesenaquarium vor. Blaugrün leuchtende Algenzuchtröhren durchzogen die Wand in konzentrischen Kreisen und warfen Lichtreflexe auf ihren gräulichen Intellisuit. Jegliches Wasser der Kuppel war unendlich oft recyclet worden. Zu gerne hätte River deshalb das Aufklatschen echter Regentropfen gespürt. Zumindest konnte sie die Hände auf das Glas legen, die Augen schließen und es in ihrer Vorstellung geschehen lassen.
Doch zu lange sollte sie sich nicht im äußeren Kuppelring aufhalten, teilte ihr Minicomputer am Ärmelsaum mit. Der Sauerstoff war in diesem Bereich knapper eingestellt.
Der Intellisuit war nichts anderes als ein textiler Exocomputer, der mit Haut, Gewebe und notfalls auch mit Rückenmark und Gehirn interagierte. Neben seiner Hauptaufgabe, der Regulation von Körperwärme und Luftzufuhr, wertete er beinahe pausenlos relevante Daten von Körper und Umgebung aus. River hatte allerdings schon lange aufgegeben, Toxinwerte und Warnungen vor radioaktiven Spuren groß zu beachten, da sie sich immer im Toleranzbereich befanden. Was sie nicht vergessen durfte, waren die Termine für eine fachgerechte Pflege der Multimembran im Reinigungs- und Updatetank.
Eine ganz andere Sache war die Verbindung zum Braininfocircle, ihrem körpereigenen »Introcomputer«, einem an der Schädelbasis implantierten erbsengroßen Chip. Momentan war er jedoch abgeschaltet. Der Braininfocircle war beim Aufbruch der Sternenschiffe entwickelt worden. Winzige Quantencomputer-Implantate sollten die zurückgebliebenen Kuppelbewohner mit den Pionieren verbinden, die ihre Reise in ein anderes Sonnensystem, in eine bessere Zukunft angetreten hatten, nicht ohne die Hoffnung auf eine spätere zweite Evakuationsstufe aller Kuppelbewohner zurückzulassen. 
Schon als kleines Mädchen hatte River gewusst, dass diese tapferen Männer und Frauen und ihre Droidenhelfer ein Recht hatten zu wissen, was die Zurückgebliebenen dachten und fühlten. Ein leicht rosarotes Flimmern im Gesichtsfeld kündigte Anfang und Ende der Kontaktaufnahme an. Wobei es ein einseitiger Kontakt war für die Kuppelbewohner, deren Daten erfasst und weitergeleitet wurden. Nur der Kuppelchef erhielt die Meldungen der Pioniere und gab sie bei Gelegenheit feierlich weiter.
Der Braininfocircle erfasste nicht nur Daten, sondern lieferte auch welche: Er war, was River besonders schätzte, eine Bibliothek der Vergangenheit.
Ja, die Vergangenheit … Auch in den Namen der Kuppelbewohner lebte sie weiter. Vor allem den jüngsten Überlebenden sollten, passend zu ihrer Persönlichkeit, Bilder aus der alten Welt als Hoffnungsträger dienen.
Über ihre Namensgebung konnte River nur Vermutungen anstellen: Waren es ihre Haare, die ihr in wilden braunen Wellen bis zur Schulter fielen? Oder der ständige Fluss ihrer Gedanken, der urplötzlich in einen Redefluss übergehen konnte?
Diesem Symbolnamen wurde als eine Art Nachname die Geburtstageszahl hinzugefügt. River war am 108. Tag des Jahres, im ehemaligen Frühling, geboren, darum lautete ihr vollständiger Name »River 108«. Doch meistens wurde die Zahl weggelassen. Sie stand ja zur Sicherheit vorne und hinten auf dem Intellisuit, falls sie sie in einem Anfall von Kuppelkoller vergessen würde. River versuchte über ihren eigenen Scherz zu lachen.
Altergenossen waren ihr beste Freundin Later 212 und die zwei jungen Männer Hope 42 und Spring 77, alle drei nur wenig älter als sie selbst. Vor einer halben Stunde hatte River Later hergebeten, zuerst manuell über den Intellisuit, dann über den gedankengesteuerten Braininfocircle-Kommunikator. 
Nomen est Omen, Later neigte zu systematischen Verspätungen, was ihr ausnahmsweise einen Spitznamen eingetragen hatte.
Da, ein rosa Flimmern! Nein, es war nur ihr Gesicht, das sich im Glas spiegelte. Seit Neuestem fühlte River eine Art Wider-willen, wenn ihre Gedanken gelesen oder Informationen zum Tagesablauf durchgegeben wurden. Am meisten störten sie un-erwartete Fragerunden zu ihrem psychischen und physischen Zustand. River ertappte sich sogar, dass sie das Ding gedanklich mit ihrem persönlichen Codewort abschalten wollte. Doch dies war nur im Notfall gestattet. Die Statuten des Braininfocircle legten zwar Wert auf den freien Willen der Benutzer, allerdings zweifelte River an der Umsetzbarkeit dieser Beteuerungen.
Und hier am Kuppelrand war es verdammt einsam, noch einsamer als im Zentrum der Kuppel. Es gab nur River und die Eiswüste, was dem Wunsch, allein sein zu wollen, einen absur-den Anstrich verlieh. Wie sollte sie ohne Braininfocircle psychisch überleben, auch wenn der einzige Kontakt nach draußen manchmal eine Abhörkontrolle war? Der Braininfocircle hatte sie ihr Leben lang begleitet, unterrichtet, unterhalten. Durch ihn war die planetarische Chronik ein Teil von ihr geworden.
Es prasselten bereits weiße Eisstückchen an die Scheibe, als eine rundliche Gestalt herbeiwirbelte, die langen rotblonden Haare herumschwang und die frohe Stimme ihrer besten und einzigen Freundin mit leicht rauchigem Unterton verkündete: 
»Ich hab´ den ultimativen Weg gefunden, wie wir die Jungs treffen können.«
Kaum zu glauben, dass Later ein Jahr älter war als sie. Aber wie konnten sie hier erwachsen werden – ohne Herausforderungen? Sie waren verurteilt, auf immer denselben Pfaden zwischen den gleichen Kuppelfunktionsräumen herumzugeistern.
Dennoch: Later schien ein wenig im Modus der untergegan-genen Welt zu ticken. Manchmal kam sie River vor wie einer dieser antiken Sitcoms entsprungen. Later, die Animateurin, die andere ununterbrochen in lächerliche Gespräche verwickelte, die sich hier zwar nicht um Schminken, Extremsport, Sex und Autos, dafür um die kleinen Überlistungen und Beobachtungen ihrer Kuppelumgebung drehten. Later nahm alles auf die leichte Schulter und schien nicht richtig gecheckt zu haben, wo sie lebten, dass es wirklich »later« war als in den schlimmsten Träumen.
Ja, diese Namenswahl. Later zeigte, dass die Entstehung ihrer Namen auf eine schreckliche und unheimliche Art perfekt war und nur aufgrund genauer Kenntnis und Auswertung ihrer Hirntätigkeit entstanden sein konnte. Das war eindeutig das Werk des Braininfocircle.
»Ich weiss nicht, ich dachte … ich hätte soeben was da draußen gesehen …« River fühlte sich leicht schwindlig, als sie den Blick definitiv Later zuwandte.
»Könnte sein, dass dein Intellisuit deine Hormone nicht richtig eingestellt hat?« Later war kein Fan des Intellisuit und schwärmte immer von »richtiger Kleidung«.
»Nein.« River rang um Worte. »Es blitzte eben was auf da draußen, irgendwie bläu… bläulich …« Es war selten, dass River stotterte. »Und dann rö… rötlich ...«
»Du meinst einen mehrprozentigen Algendrink – und dann hast du einen roten Kopf bekommen?«, blödelte Later – es war bekannt, dass River einmal die blau fluoreszierende Algengärlösung getrunken hatte. River war eben an Experimenten ungeheuer interessiert.
»Seltsam war auch, dass der Regen heute ungefähr fünfundzwanzig Minuten verspätet einsetzte.« River holte nur kurz Atem und kam ins Spekulieren: »Was ich sah … Es könnten Sternschnuppen gewesen sein, Meteoriten, aber auch Zeichen aus dem Universum. Vielleicht haben unsere Schiffe die Tachyoniktechnik nun doch weiterentwickelt?«
»Es wäre überhaupt nett, wenn du dein Universum mal mit meinem verbinden würdest« Later unterbrach River leicht beleidigt. Sie stand neben River und blickte in den taumelnden Eisregenfall.
River gab sich einen Ruck, musterte Later, deren Haarschopf wie ein seltsamer Fisch glänzte im Blaulicht der Algenzucht: »Also gut, was ist mit den Jungs?«
River hatte eine besondere Art, Leute mit ihren Blicken fest-zuhalten. Later musste wie immer über Rivers Augen staunen. Auch sie waren wie ein Fluss: graue Wellen mit Lichtsprenkeln. Later hatte zwar noch keinen Fluss real gesehen, aber ein Touch am Hinterkopf oder ein mentaler Befehl und der Braininfocircle lieferte ihr visuell alle Flüsse der untergegangenen Welt.
River und Later drehten beide die Köpfe: Im Hintergrund hatten zwei Wartungsdroiden das Segment des äußeren Ringes betreten, in dem sie sich befanden. Algen- und Bakterienzucht, Energie- und Sauerstofferzeugung konnten vierundzwanzig Stunden überwacht werden, Droiden sei Dank! 
Die Droidenbelegung betrug wie in jeder Kuppel fünfzig Pro-zent. »Zur Sicherheit«, hieß es, kam auf einen Menschen ein Droide.
Droiden konnten notfalls ohne störende Emotionen alle Überlebensfunktionen von Mensch und Maschine aufrechterhalten. Selbstverständlich waren sie ebenfalls an den Braininfocircle angeschlossen. Deshalb versuchten River und Later in privaten Momenten wie diesem einer möglichen Droidenüberwachung auszuweichen. Immerhin erkannten deren Sensoren sofort die irisierenden Nummern 108 und 212 auf ihren Anzügen.
»Die Jungs sind heute im Stollenbereich des ehemaligen AKW«, zischte Later in Rivers Ohr.
»Du weißt, dass das verboten ist« River war nicht sehr überzeugt und musterte Laters zerknitterten und verfleckten Anzug, der beinahe den gleichen Farbton aufwies wie der ihrige, nur leicht bläulich.
»Ich weiss, der muss bald in den Tank zur Reinigung.«
»Schon gut, Miss Zwei Eins Zwei, dass diese Anzüge fast selbstreinigend sind und du nicht im zwanzigsten oder einundzwanzigsten Jahrhundert oder schlimmer, noch früher, gelebt hast.«
Later zog River in eine gebückte Haltung hinunter, heraus aus dem Sensorenbereich der Droiden, die wie silberne Schatten hin und her summten. River wusste, dass Later noch mehr als sie selbst auf ihre Privatsphäre pochte.
»Es ist keine Gefahr, im Gegenteil, es sollen dort im Bereich der künstlichen Teilatmosphäre sogar Spuren von Melaninpilzen gefunden worden sein. Denen schmeckt ja Radioaktivität, haben mir die Jungs gesagt.«
River wollte sich nicht mehr zieren: Die Jungs, Hope 42, Spring 77, Later und sie waren ein eingeschworenes Quartett, wenn es darum ging, einen kleinen Abstecher zu machen.
»Gut.« River zog die Augenbrauen hoch, eine typische Geste, die gleichzeitig nachdenklich und ein wenig überheblich wirk-te. »Ich werde das mit meiner Wasserkontrolle kombinieren.«
River – und sie wusste selbst nicht, ob dies im Zusammenhang mit ihrem Namen stand – war ausgerechnet mit einem relativ unkomplizierten Job in der Wassertechnik betreut worden. Sie musste den Flusslauf unter der Kuppel überwachen, ihren Wasserlieferanten. Selbstverständlich erstreckte sich ihre Kontrolle auch auf die Abwasserleitung, die aber selten mehr als ein Rinnsal enthielt. Das meiste Abwasser wurde recyclet oder unter der Regie von Daylight 221, der leicht angegrauten Ärztin, in den wenigen kostbaren Gewächshauskompartimenten verwendet.
Die Droiden kamen immer näher und River und Later verabschiedeten sich. Sie taten es in der total veralteten Küsschen-form, die wegen des unkontrollierten Bakterienaustausches gar nicht gern gesehen wurde. Aber Droiden waren glücklicherweise meist nicht auf solche Bewegungsabläufe, sondern nur auf technische Auffälligkeiten programmiert.
Auf getrennten Wegen verschwanden River und Later zu den schwach erleuchteten persönlichen Wohnbereichen im Inneren der Kuppel. River strebte schnurstracks zum Raum 108. Höchste Zeit, das abendliche Update ihrer Tageseindrücke dem Braininfocircle für die Archivierung zu übermitteln.

+++ +++ +++

Textprobe: Christine Keller

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