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Cover "Das Spanische Schwert" von Neal Skye & Cherry Loster Leseprobe "Das Spanische Schwert"

von Neal Skye & Cherry Loster

Taschenbuch, 326 Seiten, ISBN: 978-3-96050-147-3

INHALT

New Orleans, September 2001
Kapitel 1 (Buffalo)
Kapitel 2 (New Orleans)
Kapitel 3 (Buffalo)
Kapitel 4 (New Orleans)
Kapitel 5 (Saint Rose)
Kapitel 6 (New Orleans)
Kapitel 7 (Hotel Coeur de Lis)
Kapitel 8 (Saint Rose)
Kapitel 9 (Hotel Coeur de Lis)
Kapitel 10 (Café Napoléon)
Kapitel 11 (Hotel Coeur de Lis)
Kapitel 12 (Saint Rose)
Kapitel 13 (Bienvielle-Privatuniversität)
Kapitel 14 (Saint Rose)
Kapitel 15 (New Orleans)
Kapitel 16 (Hotel Coeur de Lis)
Kapitel 17 (Le Masque Noir)
Kapitel 18 (New Orleans)
Kapitel 19 (Saint Rose)
Kapitel 20 (Luling)
Kapitel 21 (Saint Rose)
Kapitel 22 (New Orleans Municipal Hospital)
Kapitel 23 (Saint Rose)
Kapitel 24 (New Orleans Municipal Hospital)
Kapitel 25 (Saint Rose)
Kapitel 26 (New Orleans Municipal Hospital)
Kapitel 27 (Ursulinenkloster)
Kapitel 28 (Mausoleum)
Kapitel 29 (LV – Das Archiv)
Epilog Cherry
Epilog Rich

Die Existenz des Sonnenkönigs Louis XIV. und seiner geliebten Louise de La Vallière ist historisch belegt. Alle anderen handelnden Personen sind frei erfunden und jegliche Ähnlichkeit mit verstorbenen oder lebenden Personen ist rein zufällig. Sämtliche Ereignisse, Handlungen, Motivationen und Theorien aller in diesem Roman vorkommenden Personen sind ebenso rein fiktiv.

New Orleans, September 2001

»Ach, ich freue mich immer, wenn du anrufst, Dolly.«
Die Stimme am anderen Ende der Leitung seufzte.
»Oma! Ich hab‘ auch einen richtigen Namen.«
Oma lächelte. Auch wenn Dolly inzwischen eine junge Dame geworden war und die Junior High School besuchte, ließ sie es sich nicht nehmen, ihre Enkelin immer noch »Dolly« zu nennen. So wie früher. So wie immer. Schließlich sagte sie auch immer noch »Oma« zu ihr und nicht »Louise Angélique«. Seit einigen Jahren endete fast jedes Gespräch so und daher wusste sie auch sofort, was sie darauf antworten würde.
»Das weiß ich doch, Dolly. Gute Nacht. Wir sehen uns morgen zum Kaffee?«
»Gute Nacht, Oma, und natürlich sehen wir uns. Hab‘ dich lieb.«
»Ich dich auch!«
Dolly hatte aufgelegt. Louise Angélique lächelte. Sie legte das Telefon auf den Wohnzimmertisch und griff mit der einen Hand nach der leeren Teetasse, mit der anderen nach der neuesten Ausgabe des »Crescent Herold«, dessen Titelseite immer noch von dem Anschlag auf das World Trade Center dominiert wurde.
Langsam ging sie in die Küche. Alles ging nur noch langsam, erst recht nach dem Sturz vor einigen Wochen. Sie stellte die Tasse auf die Spüle, als sie plötzlich innehielt. Was war das für ein Geräusch? Vorsichtig drehte sie sich um und erschrak. Vor ihr stand ein Mann, der ein Tuch vor dem Gesicht trug, wie sie es aus alten Westernfilmen kannte. So albern er auch wirkte, so real spürte Louise Angélique die Bedrohung, die von ihm ausging. Panisch trat sie einen Schritt zurück und traf mit der Zeitung die Teetasse, die sie so vorsichtig abgestellt hatte und die nun mit einem lauten Scheppern auf dem Fußboden zerschellte.
»Was wollen Sie hier?«, fragte sie ängstlich. »Geld?«
Louise Angélique durchfuhr ein Schauer, denn damit konnte sie nicht dienen. Sie besaß einige schöne Schmuckstücke, von denen sie sich zwar niemals freiwillig trennen würde, aber hatte sie eine Wahl?
Der Mann sagte nichts. Stattdessen nahm er einen Zettel heraus, auf dem mit Schreibmaschine geschrieben stand:
»Ich weiß, dass du Dokumente versteckst, die dir nicht gehören. Gib sie raus! Dann wird dir und deiner Enkelin nichts passieren!«
Louise Angélique schlug das Herz bis zum Hals. Es war schlimm genug, dass der Mann sie bedrohte, aber dass er Dolly mit hineinzog, lähmte sie buchstäblich. Sie hatte von ihrer Großmutter viele Geschichten über die kleine Schatulle mit dem brisanten Inhalt gehört. Geschichten, Märchen, Legenden über den Sonnenkönig, über die Sonnenkönigin. Vor einigen hundert Jahren mochten sie brisant gewesen sein, aber nie hätte sie gedacht, dass eines Tages jemand kommen würde, um die Herausgabe einzufordern. Louise Angélique schüttelte den Kopf. So viele Jahrhunderte hatte ihre Familie das Geheimnis bewahrt und sie wusste, dass er das, wonach er suchte, hier nicht finden würde. Aber er würde auf Hinweise stoßen, wo sich die Schatulle befand, und dann konnte doch alles umsonst gewesen sein. Und das nur, weil sie es mit der Angst zu tun bekam? Trotzig schüttelte sie den Kopf. Da stürmte der Mann auf sie zu, packte sie am Hals und drückte sie gegen den Kühlschrank. Er nahm einen zweiten Zettel heraus. Louise Angélique hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sie hatte den richtigen Namen ihrer Enkelin darauf gelesen – samt Adresse.
»Ich gebe Ihnen, was ich Ihnen geben kann.«
Sie hustete. Ihr Mund fühlte sich knochentrocken an und ein schwerer Druck legte sich auf ihre Brust. Der Mann klappte ein Messer auf. Mit einer Handbewegung deutete er ihr an vorauszugehen. Mit wackeligen Beinen führte sie ihn in ihr Schlafzimmer und öffnete den Bettkasten.
Sie hockte sich hin und zog mit ihrer linken Hand einen Schuhkarton unter den Bettdecken hervor. Wie sie es gehofft hatte, griff der Mann gierig danach. Er warf einen kurzen Blick hinein und schien zufrieden. Langsam stand sie auf und wollte den Bettkasten schließen.
»Au, was wollen Sie denn noch?«
Der Mann drängte sie zur Seite und begann, selbst in den Decken herumzuwühlen. Angstvoll sah sie, wie er stoppte, und schon zog er hervor, was sie doch noch zu verbergen gehofft hatte: ein altes, samtbezogenes Tagebuch. Reflexartig griff Louise Angélique danach, bekam aber nur ein paar lose Seiten zu fassen. Verzweifelt streckte sie erneute ihre Finger aus.
»Maldita vieja bruja!«, fluchte der Mann.
Verdammte alte Hexe! Diese Stimme … Da versetzte er ihr einen Stoß. Wie eine Puppe kippte ihr Körper nach hinten und mit einem dumpfen Knall schlug ihr Hinterkopf auf die Bettkante.
Konsterniert beobachtete der Mann, wie sich eine Blutlache unter ihrem Kopf bildete, die langsam größer wurde. Das gehörte nicht zu seinem Plan.
Hektisch wanderten seine Augen zu dem Schuhkarton und dem Tagebuch, das er in den Händen hielt. Dann sah er wieder auf die zerrissenen Seiten zwischen Louise Angéliques Fingern. Der Mann stöhnte und beugte sich langsam zu ihr hinunter. Er zögerte, die blutverschmierten Seiten an sich zu nehmen. Kopfschüttelnd zog er seine Hand wieder zurück, stand auf und schlich unbemerkt, wie er ins Haus gekommen war, wieder hinaus.

Kapitel 1 (Buffalo)

Rich:
Bevor dieser Anruf gekommen war, hatte ich so ziemlich den schlimmsten Monat hinter mir gehabt, seit ich das erste Mal einen Fuß in dieses Büro gesetzt hatte. Damals war George Bush Senior gerade ins Weiße Haus gezogen und ich wäre beinahe rausgeflogen, weil Baker politische Diskussionen in seiner Detektei nicht duldete.
»Mann, wir können draußen so viel debattieren, wie du willst«, hatte Doyle immer gesagt, »aber im Büro halt´ die Klappe! Das mag der Alte nicht, sieh es doch ein!«
Die Detektei hieß »Baker & Doyle« und obwohl beide zu gleichen Teilen daran beteiligt gewesen waren, hatte sich Doyle immer so verhalten, als sei Baker der Boss gewesen. Und das war ihm leichtgefallen, weil Baker sich immer so verhalten hatte, wie sich ein Boss verhält. Vor allem aber war Doyle nur ein Ex-Cop, während Baker sich mit seiner Anwaltskanzlei schon an die Spitze in Erie County gesetzt hatte. Baker war vor gut zehn Jahren gestorben und seitdem war schon das Ende der goldenen Jahre absehbar. Immerhin hatten wir uns über Wasser halten können, dafür hatte Doyle schon gesorgt. Von niemandem hätte ich mehr über diesen Job lernen können als von ihm und umgekehrt gab es auch niemanden, der es geschafft hätte, ihm irgendwann auf Augenhöhe zu begegnen. Niemanden außer mir, Niclas Richmond. Meine Freunde nennen mich Rich. Aber Freunde hatte ich nicht mehr viele.
Seit zwei Jahren war Doyle nun im Ruhestand und damit war ich der Boss. Ein Leitwolf ohne Rudel, denn die Zeiten waren hart. Und der letzte Monat war der härteste gewesen. Zum Glück konnte ich immer noch ab und an Artikel an den »Buffalo Star« verkaufen, für den ich gearbeitet hatte, bevor ich nach dem Hedderby-Fall von »Baker & Doyle« abgeworben worden war. Aber diesen Monat war noch gar nichts gegangen. Kein Auftrag, kein Artikel – und das Schlimmste: Meine Motivation war mit zunehmender Zeit gegen Null gesunken. Bis zu diesem Anruf. Und danach ging es mir richtig mies.
Kaum hatte ich aufgelegt, wurde mir schlagartig bewusst, dass was auch immer von den guten alten Zeiten übrig geblieben war, sich gerade in Luft aufgelöst hatte. Ich war Rob dankbar für den Tipp, auch wenn ich mir gewünscht hätte, ihn direkt vom Chefredakteur des »Buffalo Star« zu erhalten.
Ich hätte es mir denken können. Nachrichten las man heute auf Facebook oder Twitter. Wenn die Zeitungen herauskamen, berichteten sie über Neuigkeiten von gestern. So war also auch der »Star« in unruhige Fahrwasser geraten. Ich sollte mir keine Gedanken machen, hatte Rob gesagt, sollte nicht glauben, dass meine Artikel schlechter geworden wären. Man hätte einfach nur weniger Geld zur Verfügung, gute Artikel einzukaufen. Das beruhigte … nicht!
Und dann hatte er mir doch einen Tipp gegeben. Einen Tipp, der so absurd klang, dass ich zunächst verärgert gewesen war. Eine Story, die vom Tisch war, weil niemand Mittel für eine aufwendige Recherche, die vermutlich im Sande verlief, hatte bereitstellen wollen. Soweit waren das erlesene Zutaten für einen schmackhaften Fall. Bis er mir Hintergrundinformationen gegeben hatte: Es ging um wichtige Dokumente. Aber nicht um einen aktuellen, brisanten Politskandal – nein, um jahrhundertealte Dokumente, die angeblich von einer verkannten Frau stammten. Von einer Königin. Und dann auch wieder nicht Königin. Wer bitte sollte da schon durchsteigen? Der einzige Monarch, mit dem ich was am Hut hatte, war »Burger King« …
Mein GTX vor der Tür war vollgetankt mit dem Geld vom letzten Fall. Ehebruch – es widerte mich an, solche Aufträge anzunehmen, Menschen zu folgen, um herauszufinden, ob ihre Ehe noch zu retten war. Ich fühlte mich schmutzig, aber die Zeiten, in denen ich mir solche Geheimtipps nicht einmal angehört hätte, waren vorbei. Ich musste irgendetwas ändern und das bald.
Na gut, dachte ich, es schadet nicht, das Tablet mal hochzufahren und sich ein paar Informationen reinzuziehen.
Was mich dann wirklich dazu bewogen hat, meinen Road Runner zu starten und mich auf den Weg nach New Orleans zu machen, weiß ich nicht mehr. Königliche Briefe aus der Vergangenheit … Niemals könnte das eine Schlagzeile generieren. Niemals.

Kapitel 2 (New Orleans)

Cherry
Ich war in der Südstaatenhölle, im Zentrum von Blues, Jazz und Dixie, Mardi Gras und Voodoo angekommen. Der Taxifahrer schien gegen meinen Charme immun zu sein und nannte mich herablassend »Lady«. Er besaß nicht einmal die Höflichkeit, mir beim Ausladen meines Trolleys behilflich zu sein. Voller Inbrunst wünschte ich ihn in das Loch zurück, aus dem er hervorgekrochen war, als ich schließlich verschwitzt und mit zerwühlter roter Haarmähne vor dem Coeur de Lis, meiner Unterkunft für die nächsten Tage, stand. Ich schob meine Ray-Ban hoch, ließ den Blick über die europäische Fake-Fassade gleiten und nahm mir vor, jede Sekunde zu genießen, die ich in diesem Luxushotel verbringen würde. Die Kühle, die mich im Inneren empfing, stimmte mich sofort milder. Ich strahlte den Concierge aus blauen Augen an und zauberte ein Lächeln auf meine kirschroten Lippen.
»Guten Tag, Mr. Delaney … William –  ich darf Sie doch William nennen? Mein Name ist Loster, Cherry Loster«, begrüßte ich ihn augenzwinkernd und mit leicht rauchiger Stimme.
Der Concierge schluckte und atmete schneller. Der heisere Klang, der auf William Delaney anscheinend eine enorme erotische Wirkung entfaltete, kam allerdings weder vom Rauchen noch war er angeboren, sondern stammte schlicht und einfach von der Klimaanlage im Flugzeug. Amüsiert nahm ich den Schlüssel meiner Suite entgegen.
»Vielleicht möchte Miss Loster gerne den Jacuzzi aktiviert haben? Ein Gläschen Champagner zur Belebung, wäre Miss Loster dies genehm?«
Miss Loster war alles genehm. Gestärkt glitt ich kurze Zeit später in das perlende Wasser des Jacuzzi, fühlte, wie meine Muskeln sich nach dem langen Flug von Paris nach New Orleans entspannten und der Duft zarter Fliederblüten mich zur Ruhe kommen ließ. Wer wusste schon, wann ich jemals wieder auf fremde Kosten so luxuriös würde logieren können.

+++ +++ +++

Textprobe: Neal Skye & Cherry Loster

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